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Im Glossar erklären wir die Begriffe (gesundheitspolitische Themen, Entwicklungsstufen, Akteure, Charakteristika und Schlagwörter), die in unseren Berichten benutzt werden, um gesundheitspolitische Reformen zu beschreiben und analysieren. Bitte wählen Sie einen Begriff aus dem Dropdown Menü.

Finanzierung

Nachhaltige Finanzierung von Gesundheitssystemen: Diese Rubrik umfasst die Finanzierung im Gesundheitssystem und die Bezahlung von Leistungserbringern und beschreibt damit zum einen das Verhältnis zwischen der Bevölkerung bzw. Patienten/Nutzern und Kostenträgern und zum anderen das Verhältnis zwischen Kostenträgern und Leistungserbringern. Unter Finanzierung verstehen wir dabei die Aufbringung und den Einzug von Finanzmitteln (beispielsweise in Form von Steuern, Krankenversicherungsbeiträgen oder Zuzahlungen) über Akteure wie den Staat, Krankenversicherungen, usw. sowie Management und Allokation der Gelder an die Kostenträger (z.B. Krankenkassen, Gebietskörperschaften, Gesundheitsbehörden) inklusive bestehender Risikostrukturausgleichsmechanismen. Wichtige Aspekte sind hier Effizienz und Gerechtigkeit bei der Mittelverwendung. Unter den Begriff Bezahlung fallen Themen wie Vergütung von Leistungserbringern (z.B. nach Fallpauschalen, Leistungen, Ergebnissen, etc.), Budgetierung, Definition und Umfang des Leistungskatalogs, u.a.

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Vergütung

Unter den Begriff Bezahlung fallen Themen wie Vergütung von Leistungserbringern (z.B. nach Fallpauschalen, Leistungen, Ergebnissen, etc.), Budgetierung, Definition und Umfang des Leistungskatalogs, u.a.

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Fachkräfte

Unter dieser Rubrik betrachten wir Aspekte der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, Fachkräfteplanung, Faxkräftemix bzw. neue Berufsbilder und Berufe, Fachkräftemangel aufgrund von beispielsweise Abwanderung in andere Länder, usw.

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Qualitätsverbesserung

Diese Berichte beschreiben Maßnahmen, die die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern sollen, z.B. die Einführung von Behandlungsleitlinien, evidenzbasierter Medizin, Peer Reviews, Zertifizierung, Evaluationen, Maßnahmen zur Vermeidung von Behandlungsfehlern, das Veröffentlichen von Struktur- und Leistungsdaten von ambulanten und stationären Versorgern, die Vorgabe von Benchmarks und die Übertragung von erfolgreichen Behandlungsverfahren, Management- und Versorgungsformen aus anderen Systemen oder Ländern.

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Leistungskatalog

Unter dieser Rubrik beschreiben wir sowohl tatsächliche Änderungen im Leistungskatalog eines Gesundheitssystems, z.B. Entscheidungsprozesse, die zum Ein- oder Ausschluss von Leistungen führen, sowie konkrete Beispiele wie u.a. die Diskussion um die Erstattung oder Nichterstattung zahnärztlicher Leistungen.

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Zugang

Zugang bezieht sich auf die Möglichkeit der Bevölkerung, die im Leistungskatalog enthaltenen Leistungen tatsächlich in Anspruch nehmen zu können. Zugangsprobleme können unter anderem durch politisch gewollt herbeigeführte, ökonomische Entscheidungen wie Verknappung über Wartelisten, Rationierung von Leistungen, oder auch durch geografische und kulturelle Unterschiede entstehen, und zu Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung führen. Berichte zum Thema Zugang beschreiben Strategien, mit denen Zugang zu medizinischer Versorgung generell verbessert und für die Gesamtbevölkerung wie für bestimmte Bevölkerungsgruppen gewährleistet werden kann.

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Patientenbelange

Hier finden Sie Berichte, die sich mit den Erwartungen von Patienten an das Gesundheitssystem sowie mit den Reaktionen des Systems und der Politik auf diese Erwartungen beschäftigen. Darunter fallen z.B. die Stärkung von Patientenrechten durch die Einsetzung einer Patientencharta u.ä. Maßnahmen.

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Politischer Kontext

Berichte zum Kontext gesundheitspolitischer Entscheidungsfindung und zur öffentlichen Hand beschäftigen sich mit der Kompetenzenverteilung im Gesundheitswesen, mit Veränderungen im Verantwortungsbereich einzelner Akteure, De- und (Re-)Zentralisierungstrends, der sich wandelnden Rolle des Staates z.B. im Bereich Gesundheitsplanung, der Rolle von Selbstverwaltung und Interessenvertretungen (Lobbies) im System, der vertikalen und horizontalen Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen (z.B. ambulante vs. stationäre Versorgung) sowie mit Mechanismen der Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Akteuren an gesundheitspolitischen Entscheidungen.

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Organisation/Integration des Systems

Unter dieser Rubrik beschreiben wir Entwicklungen, die eine Umgestaltung des Versorgungssystems zum Ziel haben. Darunter fallen besonders gesetzgeberische, vertragliche und ganz praktische Maßnahmen, die die strikte Trennung zwischen den verschiedenen Sektoren (ambulant, stationär, Pflege, usw.) und Institutionen überwinden wollen, wie zum Beispiel die Förderung der integrierten Versorgung oder die Einführung von DMPs. Ebenfalls hierunter fallen Neuerungen, die zu Änderungen in der Zuständigkeit für die Organisation der Versorgung führen (Finanzierung, Vergütung, Leistungserbringung, etc.) und so zur stärkeren Integration des Systems beitragen sollen.

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Pflege

Hier finden Sie innovative Ideen zur medizinischen, pflegerischen und sozialen Versorgung von Menschen über 60 sowie Informationen über spezielle Versorgungsbedarfe und -konzepte für ältere Patienten (z.B. Management multimorbider Patienten, von Patienten mit psychischen Erkrankungen, usw.). Außerdem werden hier Maßnahmen im Bereich Qualitätsmanagement, Fachkräfteentwicklung und Aufgabenverteilung unter Fachkräften analysiert, die eine stärkere Ausrichtung der Versorgung auf die Bedürfnisse der älteren und hochaltrigen Bevölkerung zum Ziel haben.

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Rolle Privatwirtschaft

Unter ?Privatwirtschaft? verorten wir Berichte über die sich wandelnde Rolle des privaten Sektors in Finanzierung und Leistungserbringung. Geschildert und analysiert werden zum Beispiel Deregulierungs- und Privatisierungstrends, aber auch Entwicklungen innerhalb des privaten Sektors (Firmenfusionen, Bildung von Krankenhausketten, etc.).

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Arzneimittelpolitik

Hier finden Sie aktuelle Informationen über Arzneimittelpreisbildung, Rolle von Generika, Pharmaforschung, Zulassung und Einführung von neuen Arzneimitteln usw.

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Neue Technologien

Berichte zum Thema ?Neue Technologien? beschreiben und bewerten technologische Innovationen, die absehbar großen Einfluss auf die Effektivität, Qualität, Kosten und Organisationsstruktur der Gesundheitsversorgung haben (z.B. Gendiagnostik, Tissue Engineering, elektronische Patientenakten, Telemonitoring, Patienteninformationssysteme usw.).

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Prävention

Unter Prävention verstehen wir hier alle Maßnahmen und Ansätze in Gesundheitspolitik und Praxis, die die Vorbeugung oder frühzeitige Erkennung von Krankheiten sowie Rehabilitation nach einer Krankheit zum Ziel haben. Dazu gehören z.B. Impfmaßnahmen, Screening-Programme, Gesundheitsförderung und ?aufklärung, Maßnahmen, die auf eine Änderung des individuellen Gesundheitsverhaltens abzielen und solche zur Förderung von gesundheitsbewusstem Verhalten am Arbeitsplatz. Im Gegensatz zur Rubrik ?Public Health? liegt der Fokus bei Prävention stärker (aber nicht ausschließlich) auf der Verhaltensprävention, also der Förderung salutogenetischer Ressourcen und gesundheitsgerechter Verhaltensweisen beim einzelnen Individuum.

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Public Health

Public Health-Experten, d.h. Spezialisten für Bevölkerungsgesundheit und Versorgungsforschung spielen eine immer wichtigere Rolle in der nachhaltigen Ausgestaltung der Gesundheitssysteme vieler Länder. Sie treten zunehmend an die Stelle hochspezialisierter Berater aus Medizin, Ökonomie und Recht. Der Perspektivwechsel in der Gesundheitspolitik, von einer speziellen Disziplin hin zum komplexeren Blick auf das System, macht sich bemerkbar in Gesundheitsplänen und Strategiepapieren, die Gesundheit wieder eher als öffentliches Gut betrachten und die enge Verbindung zwischen Primärversorgung und öffentlicher Gesundheit unterstreichen. In Abgrenzung zum Begriff Prävention liegt bei Public Health der Schwerpunkt auf Verhältnisprävention, d.h. dem Abbau und der Begrenzung von gesundheitsgefährdenden Belastungen in der Lebens- und Arbeitswelt. Berichte unter dieser Rubrik beschreiben solche Entwicklungen und Reforminitiativen.

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